Eine moderne Trainingsmethode die eigentlich schon sehr alt ist: Functional Fitness. Und das schöne ist, dass du dafür keine teure Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio brauchst. Denn Functional Fitness bracht keine Trainingsmaschinen. Bodyweight Training ist also angesagt!

Was ist Functional Fitness?

Functional Fitness ist englisch und bedeutet übersetzt Funktionelles Training. Klingt gut, hilft aber auch nicht wirklich weiter – mir zumindest nicht. Ich finde den englischen Begriff angenehmer, deswegen benutze ich diesen auch weiter. Also, Functional Fitness wird immer beliebter. Im Profi-Sport ist es schon lange bekannt und wird geschätzt.

Warum ist das so? Der Grund ist simpel: Functional Fitness trainiert alltägliche, komplexe Bewegungsabläufe und -zusammenhänge. Wenn du also Functional Training nutzt, dann trainierst du nicht nur einen Muskel, sondern ganze Muskelgruppen und -verbünde. Das hat Vor- und Nachteile, die wir hier genauer analysieren werden.

Functional Fitness - Was ist das und was bringt mir das? 1

Falls du schon länger im Fitness Bereich unterwegs bist, wird dir auffallen, dass Functional Fitness irgendwie das Gegenteil von Isolationsübungen sind. Isolationsübungen trainieren nur einen Muskel oder eine kleine Muskelgruppe. Also genau das Gegenteil von Functional Fitness. Das ist auch der erste Grund, warum Functional Fitness im Bodyweight-Bereich so beliebt ist: Es werden keine teuren und großen Maschinen / Geräte zum Training benötigt. Denn diese Maschinen (wie im Fitnessstudio) trainieren meist nur eine kleine Muskelgruppe.

Im Fokus von Functional Fitness steht zudem auch, dass sich auf die Idee von Fitness zurückbesonnen werden soll. Ursprünglich soll mit Fitness nämlich erreicht werden, dass sich der Körper gesund, flexibel und schnell im Alltag verhält. Das wird immer schwieriger, denn viele Menschen haben sehr eintönige bzw. eingeübte Bewegungsabläufe (Büroarbeit, Akkordarbeit am Fließband, …).

Functional Fitness soll diese einseitigen Belastungen ausgleichen, indem der Fokus eben zurück auf einen gesunden und flexiblen Körper im Alltag gelegt werden soll. Damit soll zum Beispiel auch das Verletzungsrisiko im Alltag verringert werden, weil bewusst die Stabilität des Körpers trainiert wird.

Unterschied zum traditionellen Training

Functional Fitness bedeutet also das Training von großen Muskelgruppen. Das kann auch im traditionellen Training so sein, muss aber nicht. Das traditionelle Training im Fitnessstudio ist aber meist das Krafttraining. Und Krafttraining steht im starken Gegensatz zum funktionellen Training.

Während beim Krafttraining weniger Muskeln, diese dafür dann aber sehr intensiv, trainiert werden, stehen beim Functional Fitness Bewegungsabläufe im Vordergrund. Viele Muskeln sind an der Bewegung beteiligt.

Das macht das Functional Fitness für den Alltag auch so sinnvoll. Denn wenn du dich im Alltag bewegst ist es nahezu immer so, dass du viele Muskeln, Gelenke und Sehnen benutzt. Deswegen ist das traditionelle Krafttraining nur begrenzt sinnvoll für eine Verbesserung der Alltags-Fitness.

Trainingsprinzip

Trainingsprinzipien sind Leitideen für ein Training. Ich habe an dieser Stelle schon ein mal die wichtigsten genannt. Diese solltest du auch beim Functional Fitness beherzigen. Hier sind allerdings noch einige weitere konkret auf das Functional Fitness bezogen:

Functional Fitness sorgt bewusst für Instabilität im Körper, damit dieser die Instabilität ausgleichen muss.

Denn genau so funktioniert Functional Fitness. Durch das Ausgleichen der Instabilität wird der Körper trainiert. Und so verbessert sich auch zunehmend deine Flexibilität und Stabilität. Das Körpergewicht arbeitet so gegen dich und trainiert dich. Deswegen brauchst du auch eine gewisse Grund-Fitness, denn sonst sind die Übungen zu schwierig und können auch zu gefährlich werden (falls du umknickst oder Ähnliches).

Die Instabilität kann auf zwei Möglichkeiten erzeugt werden. Entweder durch die Übung selbst oder durch einen externen Faktor. Meistens sorgt die Übung selbst dafür, dass du aktiv gegen die Instabilität kämpfen musst. Es gibt aber auch externe Faktoren. Dazu zählt zum Beispiel ein Trainer, der dich anstößt. Aber auch sogenannte Balance Boards, die zu einer Instabilität im Körper führen (wie zum Beispiel das hier*).

Die Trainingseffekte kannst du dann immer weiter mit komplexeren Übungen steigern. Häufig ist aber auch die Kreativität gefragt. Wenn du eine Übung machst kannst du dich zum Beispiel selbst fragen „Wie bringe ich mich jetzt aus dem Gleichgewicht – und wie kann ich dann dagegen ankämpfen?“.

Ist Functional Fitness gut oder schlecht?

Wie so häufig gibt es kein gut oder schlecht. Es kommt auf dich an und wie du das Training findest. Ich hab aber trotzdem mal ein paar Vor- und Nachteile aufgelistet.

Vorteile des Functional Fitness

Du trainierst deinen ganzen Körper. Nicht nur ein paar Muskeln, sondern eben alles. Das ist gut und hält dich im Alltag fit.

Dadurch verringerst du auch dein Verletzungsrisiko. Eine hohe Körperstabilität bedeutet weniger Verletzungen. Du kommst nicht mehr so schnell aus dem Gleichgewicht. Das ist insbesondere hilfreich, falls man es bei einer Party etwas übertreibt ;)

Schön ist auch, dass du Functional Training zuhause machen kannst. Viele Übungen (siehe weiter unten) sind pure Bodyweight-Übungen. Natürlich kann Equipment dabei helfen, das ist aber nicht zwangsläufig notwendig.

Nachteile des Functional Fitness

Wie so alles im Leben hat auch das Functional Fitness Nachteile. Ich empfehle dir, dass du Functional Fitness vielleicht nicht direkt anwendest, wenn du noch ein blutiger Anfänger bist. Functional Fitness nutzt bewusst die Instabilität deines Körpers aus. Das zu kontern ist als Anfänger besonders schwierig. Fang daher eher mit Ausdauertraining an, um eine gewisse Grundfitness zu bekommen.

Zudem ist Functional Fitness natürlich nicht für alle Trainingsziele geeignet. Du möchtest eine stärkere Armmuskulatur? Kein Problem – aber mit Isolationsübungen geht es vermutlich etwas schneller. Ob das auch nachhaltiger ist sei aber mal dahingestellt.

Functional Fitness Übungen

Jetzt aber zu dem Teil, der dich vermutlich brennend interessiert: Was sind Übungen zum Functional Fitness? Ich stelle dir hier aber nur kurz die Übungen vor, denn es gibt reichlich Ressourcen dazu an anderer Stelle.

  1. Burpees (Liegestütze plus Sprung)
  2. Kniebeugen
  3. Skatersprung (von Bein zu Bein springen mit viel Platz in der Mitte)

Es gibt aber noch viele weiter Übungen. Zu den Klassikern gehört sicherlich noch das Training mit Kettleballs*.

Fazit

Insgesamt ist das Functional Fitness eine immer beliebter werdene Trainingsmöglichkeit, die definitiv ihre Daseinsberechtigung hat. Durch ein ganzheitliches Training wird der Körper insgesamt fitter und trainierter. Deine Stabilität verbessert sich. Du wirst im Alltag merken, dass du dich zunehmend besser bewegen kannst.

Allerdings wirst du keine rasend schnellen Trainingseffekte feststellen. Bleibst du aber kontinuierlich am Ball, wirst du belohnt. Dafür musst du aber monatelang dabei bleiben. Je nach deinem Trainingszustand würde ich auf mindestens 3 Monate tippen. Und auch Anfänger sollten besser erst ihre Grund-Fitness verbessern. Zum Beispiel mit Ausdauertraining wie dem Joggen.

Nutzt du Functional Fitness oder ist es dir bekannt? Schreib mir doch gerne einen Kommentar mit deinen Erfahrungen. Grüße!