Der erfolgreiche Personal Trainer Raphael Jesse ist seit vielen Jahren im Fitness-Bereich tätig. Seit 15 Jahren sammelt er Erfahrungen als Personal Trainer und leitet das Berliner Studio Das Trainingslager.

Ich habe die Chance genutzt und ihn in einem Interview zu verschiedenen Fitness-Themen befragt. Das Interview ist in vier Themenblöcke unterteilt: Raphael Jesse und das TrainingslagerFitness, Ernährung und Sonstiges. Aber ich will nicht länger herumreden, hier ist das Interview. Viel Spaß!

Das Interview mit Raphael Jesse

Raphael Jesse und das Trainingslager

Hallo Raphael. Bitte stell dich kurz vor. Wer bist du und was ist dein Job?

Hallo. Ich bin Raphael Jesse, 44 Jahre alt. Ich leite das Personal Training Studio Das Trainingslager. Das Studio gibt es mittlerweile seit 10 Jahren. Ich selbst arbeite seit 26 Jahren als Trainer. Personal Trainer bin ich seit 15 Jahren. Ich habe Ökotrophologie studiert, also die Ernährungswissenschaft.

Wie bist du zum Fitness-Training gekommen?

Das kann man gar nicht so genau sagen. Ich habe mit 6 Jahren angefangen Fussball zu spielen und habe Leichtathletik gemacht. Mit 14 fing ich mit Kampfsport an. Es gab für mich eigentlich nie die Option, keinen Sport zu machen. Es ist in meinem Leben integriert wie bei anderen der Schlaf.

Du bist Personal Trainer in Berlin. Wie sieht dein Alltag im Job aus?

Ohne, dass es langweilig klingen soll, aber eigentlich ist der Ablauf fast immer gleich. Ich plane meinen Tag – schau mir an mit welchen Kunden ich trainiere und plane die Einheiten. Ich gestalte mir meinen Tag so, dass ich immer genügend Zeit habe, selbst eine Trainingseinheit zu absolvieren.

Was ist das lustigste / verrückteste, was du in deinem Job als Personal Trainer erlebt hast?

Ein Radiosender hatte ein Preisausschreiben mit Starts für den Berlin Marathon. Wir hatten 5. Monate Zeit für die Vorbereitung der Läufer. Bei den Gewinnern waren auch Leute dabei, die noch nie wirklich gelaufen sind. Das war schon eine Herausforderung. Aber am Ende hat alles geklappt und alle sind wohlbehalten durchs Ziel, allerdings mit gehörigem Muskelkater Tage später.

Wie merke ich, dass ich einen Personal Trainer brauche? Wobei kannst du mir helfen?

Es gibt mehrere Gründe – es kann ein Motivationsproblem sein oder dass ich mein Gewicht nicht in dem Griff bekomme oder ich unzufrieden mit meinem Körper bin.

Viele Leute versuchen zu trainieren, aber Ihnen fehlt die Motivation nach einer gewissen Zeit oder die Fortschritte bleiben aus.

Ein Personal Trainer ist auf seinem Gebiet ein Profi so wie ein Anwalt oder Zahnarzt. Man darf nicht vergessen – man verbringt sein ganzes Leben in diesen einen Körper und den muss ich pflegen.

Stell dir vor, ich komme zu dir und brauche einen Personal Trainer. Wie gehen wir dann vor?

Zunächst findet ein persönliches Gespräch statt. Dabei geht es darum, dass wir uns ein kennenlernen und ich ein wenig über dich erfahre. Es ist wichtig, dass man einen Draht zueinander aufbaut, da man mehr oder weniger sein Leben preis gibt. Bei Frauen ist es meist schwieriger, da sie ihre Problemzonen preisgeben müssen. Aber auch das schaffen wir sehr gut. Wir besprechen die Ziele und Vorstellungen und alle Vorerkrankungen, die sehr relevant sind im Personal Training.

Dann wird ein Test gemacht. Dabei geht es darum gegebenenfalls muskuläre Disbalancen oder Bewegungseinschränkungen und den aktuellen Kraftstatus zu ermitteln.

Anhand des Testes wird dann ein Plan. Es gibt dabei aber nicht nur ein großes Ziel, sondern einzelne Zwischenziele. Wir arbeiten uns gemeinsam, Schritt für Schritt nach vorn.

Fitness

Kommen wir zu konkreteren Fitness-Fragen. Wie sieht deine persönliche Trainingsroutine aus? Hast du einen Trainingsplan? Wie häufig trainierst du?

Ich selber trainiere je nach Zeit 5-6 mal pro Woche. Dazu gehören 2-3 mal Fitnesstraining und 2-3 mal Laufen.

Ich trainiere mit meinem Trainingsplan. Einfach um eine Selbstkontrolle zu haben.

Bodyweight Training oder Fitness-Studio – was empfiehlst du?

Ich empfehle beides. Es ist natürlich auch von den Zielen abhängig. Wenn ich Muskulatur aufbauen will, wird es irgendwann mit Bodyweight- Übungen schwierig. Dann macht man als Beispiel irgendwann 50 Liegestütz am Stück – da steht der Zeit-Nutzen Aufwand nicht im Verhältnis und der gewünscht Reiz bleibt aus. Irgendwann wird das Fitness-Studio also einfach notwendig.

Was sind die häufigsten Trainingsfehler, die du siehst und korrigierst?

Eigentlich gibt es immer was zu korrigieren. Vor allem werden die Ausführungen unsauberer je erschöpfter man ist. Deswegen ist es wichtig, bei jeder Wiederholung auf eine saubere Bewegung zu achten um den Körper nicht falsch zu belasten und sich im schlimmsten Fall zu verletzen.

Stell dir vor, ich würde jetzt mit Krafttraining beginnen. Wie fange ich an? Gibt es besonders gute Übungen?

Man fängt mit einfachen Grundübungen an – mit gar keinem bis leichten Gewicht. Es geht in erster Linie erst einmal um eine saubere Ausführung. Wichtig ist es am Anfang, dass man es lernt, den Körper und die einzelnen Muskeln anzusteuern. Man sollte aber Übungen für alle großen Muskelgruppen machen. Dazu gehört zum Beispiel die Kniebeuge.

Kardio und Krafttraining kann man nicht miteinander kombinieren. Richtig oder falsch?

Man kann schon, aber wichtig ist es zu wissen was das Ziel ist. Für Muskelaufbau die Kombination von Kardio- und Krafttraining kontraproduktiv.

Wenn ich aber Gewicht verlieren will oder mein Fettanteil reduzieren will, kann man das durchaus kombinieren. Das geht zum Beispiel in einer Art Intervalltraining. Dass bedeutet, dass du Kraftübungen machst und zwischendurch zum Seilspringen, Airbike oder Ähnliches wechselst. Das Ziele ist dabei den Puls nach oben zu pushen um den Kalorienverbauch zu erhöhen. So verlierst du Gewicht bzw. Fettanteile.

Ernährung

Wie wichtig ist ein Ernährungsplan als Ergänzung zum Training?

Sehr wichtig. Von vielen wird es unterschätzt. Beim Training – egal ob es Cardio oder Fitnesstraining ist – ist ein Ernährungsplan wichtig. Ich belaste meinen Körper während des Trainings und ich verliere durch den Schweiß wertvolle Mineralien und Vitamine. Das muss ich den Körper zurückgeben. Meine Muskulatur benötigt eine genügend große Menge Eiweiß, die ich ihm durch die Nahrung zur Verfügung stellen muss. Nur so kann ich wirklich fit werden.

Wenn man Gewicht verlieren will, muss ich weniger Kalorien aufnehmen als ich verbrauche. Klingt logisch, aber viele können nicht einschätzen, was wovon und wie viel in Nahrungsmitteln drin ist und schaffen es deswegen nicht unter ihren Kalorienwert zu bleiben. Ein Ernährungsplan ist wichtig!

Whey, BCAA, Kreatin, … – gibt es sinnvolle Nahrungsergänzungsmittel zum Training?

Die gibt es auf jeden Fall. Ein Eiweißkomplex macht immer Sinn. Ich empfehle auch immer noch Magnesium und ein Vitamin- und Mineralkomplex. Die Nahrungsergänzungsmittel sollten qualitativ hochwertig sein.

Protein-Shake oder vollwertige Mahlzeit nach dem Training?

Das ist abhängig von den Zielen die man hat. Aber gegen einen Shake nach dem Training spricht generell nichts auch wenn man dann noch eine kleine Mahlzeit zu sich nimmt. Das ist in Ordnung.

Sonstiges

Wie kann ich mich motivieren, noch härter zu trainieren?

Man muss sich erreichbare Zwischenziele und Haupt-Ziele setzen. Ein Trainingstagebuch hilft dir, die Fortschritte zu sehen.

Ein Trainingspartner mit ähnlichen Zielen hilft, beim Training die letzten Prozente raus zu holen.

Es hilft auch, dass du Freunden und Bekannten deine Fitness-Ziele erzählst. Das motiviert, nicht aufzugeben und am Ball zu bleiben. Man möchte ja nicht dastehen und dann allen sagen, dass man keine Lust mehr hat.

Für den Rest deines Lebens darfst du nur 5 Trainingsübungen nutzen. Welche wählst du?

Das ist nicht so leicht. Ich würde Verbundsübungen wählen, bei denen ich viele Muskelgruppen trainiere. Das wären dann Kreuzheben, Kniebeuge, Klimmzüge, Kurzhanteldrücken und Stoßen.

 

Das war das Interview mit Raphael Jesse. Er ist Personal Trainer im Trainingslager in Berlin. Falls du noch mehr Tipps brauchst oder einen Personal Trainer suchst, schau gerne dort vorbei. Ich kann es nur empfehlen.

Ich bedanke mich noch mal ganz herzlich bei Raphael Jesse für dieses Interview und für die interessanten Einblicke, die er geben konnte.

Falls du Anregungen zu dem Artikel hast oder selbst schon Erfahrungen als Personal Trainer machen konntest, schreib doch gerne einen Kommentar. Grüße!